Lars Danielsson & Paolo Fresu - gambrinus jazz plus

Lars Danielsson & Paolo Fresu

Exklusiv!
Lars Danielsson & Paolo Fresu
Datum: Sonntag, 29. November 2026
BEGINN: 17.00 Uhr
ORT: Rorschach, INDUSTRIE36
Tür- und Kassaöffnung: 16.15 Uhr
STATUS: Tickets erhältlich
TICKETS: ONLINE

Melodische Klarheit, leiser Sog und ein Duo-Klang mit fast telepathischer Ruhe

JAZZ | Wenn Paolo Fresu und Lars Danielsson gemeinsam musizieren, begegnen sich zwei der prägenden Stimmen des europäischen Jazz. Der italienische Trompeter und Flügelhornist sowie der schwedische Bassist und Cellist gestalten im Duo eine Musik von grosser Klarheit und Intensität. Mit Trompete, Flügelhorn, Kontrabass, Cello und feinen Klangfarben entsteht ein poetischer Dialog, der von Melodie, Eleganz und aufmerksamem Zuhören lebt. «Summerwind» zeigt zwei Weltklassemusiker, die in der Reduktion eine besondere Tiefe finden.

Lars Danielsson – Bass, Cello, Effekte
Paolo Fresu – Trompete, Flügelhorn, Effekte

«Sanft verführerische Duette.» (The Guardian / The Observer)
«Ein ungemein empathisches Duo.» (Jazz’halo)
«Eine der wichtigsten musikalischen Begegnungen der letzten Zeit.» (Jazzenzo)

Die Aufnahme «Summerwind» entstand 2018 im Nilento Studio in Göteborg und erschien im selben Jahr bei ACT. Das Album umfasst 15 Stücke und dauert knapp 50 Minuten. Der Kern des Repertoires besteht aus eigenen Kompositionen: fünf stammen von Paolo Fresu, drei von Lars Danielsson, zwei wurden gemeinsam geschrieben. Dazu kommen ausgewählte Fremdkompositionen und Traditionals, darunter «Autumn Leaves», «Wachet auf, ruft uns die Stimme», «Sleep Safe And Warm» aus «Rosemary’s Baby» sowie «Un vestido y un amor».

Das erklärt viel über die Haltung dieses Duos. Hier wird nicht ausgestellt, was technisch möglich wäre. Die Musik sucht den genauen Ton, die tragende Linie, den Moment, in dem ein einzelner Klang genügt. Danielsson bringt Kontrabass und Cello ins Spiel, Fresu Trompete und Flügelhorn; beide setzen Effekte sparsam ein. Daraus entsteht ein transparenter, warmer und farbiger Klangraum, der auf Melodie, Atem und Reaktion gebaut ist.

ACT beschreibt «Summerwind» als Musik, die Poesie, Atmosphäre, Melodie, Eleganz und Meditation verbindet. Diese Begriffe passen, weil sie keine Dekoration sind, sondern auf das Verfahren des Duos verweisen: Die beiden Musiker lassen Pausen stehen, formulieren kurze Themen klar aus und entwickeln daraus eine ruhige, konzentrierte Dramaturgie. Die reduzierte Besetzung macht jede Entscheidung hörbar. Gerade darin liegt ihre Spannung.

Paolo Fresu zählt seit Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen des europäischen Jazz. Sein offizieller Kurztext nennt eine breite Reihe von Auszeichnungen, über 350 Aufnahmen sowie Arbeiten mit Jazz, Weltmusik, zeitgenössischer und alter Musik. Er ist zudem künstlerischer Leiter des Festivals Time in Jazz in Berchidda und war während vieler Jahre als Lehrer bei den Nuoro Jazz Seminars auf Sardinien tätig. Sein Trompetenton wird oft als unverwechselbar beschrieben: lyrisch, luftig, hell, manchmal mit gedämpfter Nähe, manchmal mit weitem Flügelhorn-Klang.

Lars Danielsson wurde in Göteborg geboren, studierte klassisches Cello und fand über Nils-Henning Ørsted Pedersen zum Jazzbass. Dieses doppelte Fundament prägt sein Spiel bis heute. Sein Bass klingt melodisch, schwebend und gesanglich; das Cello ist kein Nebenschauplatz, sondern Teil seiner musikalischen Sprache. Als Bassist, Cellist, Komponist, Arrangeur und Produzent arbeitete er mit Musikerinnen und Musikern wie Charles Lloyd, den Brecker Brothers, John Scofield, Mike Stern, Jack DeJohnette, Nils Landgren, Cæcilie Norby, Tigran Hamasyan und vielen anderen. Für «Liberetto II» wurde er 2015 mit dem ECHO Jazz als bester internationaler Bassist ausgezeichnet.

«Summerwind» ist damit keine zufällige Begegnung zweier prominenter Namen. Es ist ein konzentriertes Duo-Projekt zweier Musiker, die aus grosser Erfahrung heraus reduzieren können. Die Musik bleibt kammermusikalisch klar, ohne kühl zu wirken. Sie berührt, weil sie nichts erzwingt. Sie lebt von der Balance aus Komposition und Intuition, von der Ruhe im Zusammenspiel und vom Vertrauen darauf, dass ein Ton mehr sagen kann als eine ganze Kaskade.

Lars Danielsson
Paolo Fresu