KultBau Archive - gambrinus jazz plus

KultBau

Florian Favre Trio

Modernes Piano-Trio zwischen Pop-Energie, Jazzraffinesse und feinen Nuancen

JAZZ | Hier trifft erzählerischer Jazz auf melodische Eingängigkeit und rhythmische Kühnheit. Klare Themen, bunte Harmonien und überraschende Wendungen werden zu Musik, die zugleich leicht, tiefgründig und voller Spielfreude ist. Zwischen lyrischen Passagen und eruptiven Ausbrüchen entsteht ein Klang, der nahbar bleibt und dennoch viel fordert – ein Trio, das den Puls der Gegenwart in feinen Nuancen auslotet.

Das Florian Favre Trio gehört zu den prägenden Klaviertrios der jüngeren Schweizer Szene. 2011 gegründet, entwickelte sich die Band mit Florian Favre am Piano, Manu Hagmann am Kontrabass und dem französischen Schlagzeuger Arthur Alard zu einem Ensemble mit klarer Handschrift und hoher stilistischer Offenheit. Die Musik bewegt sich im Spannungsfeld von Modern Jazz, Pop-Anklängen und Kammermusik, ohne je ihre Improvisationsfreiheit zu verlieren.

Favres Kompositionen sind kompakt, melodisch einprägsam und harmonisch reich. Kritiker:innen loben ihre Originalität, ihren Witz und die «bunten Harmonien und rhythmischen Feinheiten». Sein Spiel ist transparent und prägnant, gleichzeitig sensibel und explosiv – eine Ästhetik, die auf klar strukturierten Themen aufbaut, aber jederzeit neue Wege zulässt.

Spätestens mit den Alben «Ur» (2016) und «On a Smiling Gust of Wind» (2018) etablierte sich das Trio international. Die Band gewann beim B-Jazz International Contest in Leuven den Hauptpreis; zusätzlich wurde Favre als bester Solist, Hagmann als bester Bassist ausgezeichnet. Die Jury hob die Mischung aus zarten und intensiven Momenten und eine Musik hervor, die tief in der Jazztradition wurzelt und dennoch frisch und überraschend wirkt.

Live zeigt das Trio, wie eng verzahnt seine Mitglieder agieren: Der Bass gibt nicht nur Fundament, sondern formt Gegenmelodien und rhythmische Haken; das Schlagzeug reagiert mit grosser Beweglichkeit, spielt mit Dynamik und Klangfarben. Gemeinsam «tanzen sie auf einem Drahtseil» und schöpfen eine unendliche Palette an Nuancen aus – vom flüsterleisen Trio-Pianissimo bis zu kraftvollen Steigerungen. Gleichzeitig bleibt die Musik zugänglich: klare Hooks, wiedererkennbare Motive und ein erzählerischer Fluss machen sie auch für ein Publikum spannend, das nicht täglich
So entsteht ein Trio-Sound, der weder kopflastig noch gefällig ist, sondern beides verbindet: künstlerische Konsequenz und unmittelbare Wirkung.

Besetzung
Florian Favre – Piano, Synth
Manu Hagmann – Kontrabass
Arthur Alard – Schlagzeug

www.florianfavre.com

Lori Williams Band

Wenn Jazz, Soul und Gospel zu einer Stimme verschmelzen

JAZZ | Einfühlsame Balladen, groovende Linien und pure Bühnenpräsenz: Hier vereinen sich Spielfreude, Erfahrung und emotionale Tiefe. Zwischen amerikanischem Soul und europäischem Jazz entsteht ein Klangraum, der zugleich feinfühlig und kraftvoll ist – Musik, die Geschichten erzählt, ohne Pathos, aber mit viel Herz.

Line-up
Lori Williams – Gesang
Bernhard Wiesinger – Tenor-/Sopransaxophon, Flöte
Christian Havel – Gitarre
Renato Chicco – Piano
Milan Nikolic – Kontrabass
Joris Dudli – Schlagzeug

«Eine Sängerin mit grenzenloser Ausdruckskraft und Wärme.» (All About Jazz)
«Sie singt mit der emotionalen Klarheit einer Jazzstimme und der spirituellen Tiefe des Gospel.» (The Washington Post)
«Ihr Gesang ist elegant, intensiv und tiefgründig – eine Stimme, die berührt.» (DownBeat)

Wenn die charismatische Jazz-, Soul- und Gospelsängerin Lori Williams auf einige der renommiertesten europäischen Jazzmusiker trifft, entsteht ein Ensemble, das sich ganz dem Dialog von Klangfarben, Groove und Gefühl verschreibt. Die Band präsentiert ihr aktuelles Album im Rahmen mehrerer Tourneen und bringt dabei auf natürliche Weise amerikanische Soul-Tradition und europäischen Jazz-Sound zusammen.

Lori Williams, beheimatet in Washington D.C., zählt zu den gefragtesten Stimmen ihrer Szene. Ihre Laufbahn reicht vom Jazzclub über internationale Festivals bis hin zu Musicalproduktionen wie «Bessie’s Blues». Ihr Repertoire verbindet die Ausdruckskraft des Gospel mit der Improvisationskunst des Jazz. Auf der Bühne zieht sie ihr Publikum nicht durch Lautstärke, sondern durch Präsenz und emotionale Authentizität in den Bann.

Begleitet wird sie von fünf herausragenden Instrumentalisten, die alle tief in der europäischen Jazzszene verwurzelt sind. Saxofonist Bernhard Wiesinger beeindruckt durch ein fein austariertes Klanggefühl und lyrische Linienführung; Gitarrist Christian Havel steht für rhythmische Präzision und melodische Klarheit. Pianist Renato Chicco, ehemals musikalischer Leiter bei Jon Hendricks & Company, bringt harmonische Raffinesse und New-York-Erfahrung ein. Bassist Milan Nikolic sorgt mit warmem, tragendem Sound für Erdung, während Joris Dudli, bekannt aus dem Vienna Art Orchestra und dem Art Farmer Quintet, das Ensemble mit rhythmischer Eleganz und souveräner Energie verbindet.

Gemeinsam schaffen sie Musik, die gleichzeitig transparent und dicht ist: swingend, soulig, manchmal balladesk – aber immer unmittelbar. Die Arrangements geben jeder Stimme Raum und lassen doch das Ganze als Einheit wirken. Eine Begegnung zwischen Welten, die nicht gegensätzlich, sondern komplementär sind: Amerika trifft Europa, Gefühl trifft Form, Jazz trifft Leben.

Lori Williams ist Jazz- und Gospelsängerin aus Washington D.C. / USA. Sie arbeitete mit George Duke, Stanley Clarke und Slide Hampton, gastierte in Russland, Japan und Europa und ist zugleich Pädagogin und Bühnenkünstlerin .
Bernhard Wiesinger veröffentlichte in New York die Alben «Notice That Moment» (2020) und «Enlightened» (2024) und zählt zu den führenden Saxofonisten Österreichs.
Christian Havel spielte mit Karl Ratzer, Valerie Ponomarev und Ingrid Jensen und tourte als Leader seines American Quartet durch Europa.
Renato Chicco war Mitglied des Lionel Hampton Orchestra und Pianist bei Jon Hendricks & Company; heute ist er Professor an der Kunstuniversität Graz.
Milan Nikolic, ursprünglich E-Bassist aus Serbien, studierte Kontrabass in Graz und arbeitete mit Don Menza, Seamus Blake und Dusko Goykovich.
Joris Dudli war Mitglied des Vienna Art Orchestra und spielte u. a. mit Joe Lovano, Clifford Jordan und Vincent Herring, mit dem er weltweit tourte .

www.lorijazz.com

«St. Galler Jazzspitzen»: Giacopuzzi – Zucca – Bötschi – Gisler

«St. Galler Jazzspitzen» – Carte Blanche für Reto Giacopuzzi; Konzert 1: Ausbruch aus vertrauten Grenzen

JAZZ | Dieses Quartett präsentiert Jazz in einer ungewöhnlichen akustischen Form. Sein Repertoire reicht von Eigenkompositionen, klassischen Standards, über Pop-Ikonen bis hin zu Songs der 90er-Jahre – stets neu arrangiert und mit feiner jazziger Note versehen. In den unkonventionellen Klangbildern begegnen Jazz-Standards Pop- und Disco-Motiven, Latin Grooves verbinden sich mit Improvisation – stets getragen von Energie, Spielfreude und Gestaltungswillen.

Die musikalische Leitung liegt bei Reto Giacopuzzi, dessen Percussion-Spiel in besonderer Weise prägt: filigran und differenziert, zugleich kraftvoll und pulsgebend. Auch am Klavier verbindet er Rhythmus und Harmonie zu einer eigenen Klangsprache. Sandra Bötschi erweitert das Ausdrucksspektrum des Saxofons, indem sie neben improvisatorischer Virtuosität auch Basslinien und perkussive Patterns formt. Mit Martin Gisler tritt ein Gitarrist hinzu, dessen Spiel gleichermassen harmonische Tiefe wie prägnante Akzente beisteuert. Im Zentrum schliesslich steht die Stimme von Flavia Zucca – facettenreich, wandlungsfähig und in der Lage, jedem Stück eine neue Ausdrucksdimension zu verleihen.

Reto Giacopuzzi – Percussion, Klavier
Flavia Zucca – Gesang
Sandra Bötschi – Saxophone
Martin Gisler – Gitarre

Die Reihe «St. Galler Jazzspitzen – Carte Blanche für…» wird unterstützt durch die

AION Quartett

Zeit, die sich weitet: Klang, der sich im Augenblick entfaltet

JAZZ | Der Name AION kommt aus dem Griechischen, wo sich zwei Begriffe für Zeit finden: Chronos beherrscht die Zeit und misst Sekunde für Sekunde. Aion dagegen beschreibt die mit Leben gefüllte Zeit – Augenblicke können ewig dauern, Stunden können in Sekundenschnelle vorübergehen. Diese Erfahrung des gelebten Moments ist die musikalische Grundlage des AION Quartetts.

Der Name AION ist Programm für die Kompositionen von Christian Berger. Seine Musik ist durchdrungen von einnehmenden Melodien, kammermusikalisch durchgehörten Passagen, vielschichtigen Rhythmen und einer starken Ausdruckskraft, wie man sie oft in der orientalischen Musiktradition findet. Diese Emotionalität entfaltet sich ohne Pathos und wirkt unmittelbar – sie lädt die Zuhörerinnen und Zuhörer zu einer Reise ein, die sowohl nach innen führt als auch hinaus in die Welt.

Seit über zwanzig Jahren ist AION in verschiedenen Besetzungen unterwegs. Die Reise führte bis nach Kairo, Alexandria und Bangalore. Unterwegs hat sich ein Ensembleklang entwickelt, der unverwechselbar warm, farbig und groovig ist. Nichts wirkt konstruiert: Die Musik fliesst, atmet und nimmt sich Raum. Die liebevoll ins Detail arrangierten Themen sind eingängig, entwickeln sich aber im Konzert weiter. Sie werden improvisatorisch verwoben, verschoben, geöffnet. So entsteht ein Zusammenspiel, das von Vertrauen lebt und das Momenthafte feiert.

Die Arrangements überraschen immer wieder mit eigenwilliger, aber überzeugender Ästhetik. Hier wird nichts demonstriert, sondern geteilt. Musik und Publikum sitzen im selben Boot – die Zeit wird gemeinsam erlebt. Vielleicht ist es genau diese Erfahrung, die nach Konzerten oft mit Worten wie «Balsam für die Seele» oder schlicht «einfach wunderschön» beschrieben wird. Die Musik des AION Quartetts setzt nicht auf Lautstärke oder Virtuosität, sondern auf Präsenz, Wärme und innere Bewegung. Sie ist konzentriert, farbenreich und voller Herz.

Besetzung
Christian Berger – Oud, Gitarre, Komposition
Thomas Küng – Sopransaxophon, Flügelhorn
Jürg Surber – Kontrabass
Dominic Doppler – Schlagzeug

Christian Berger verbindet orientalische Musiktraditionen mit westlichen Improvisations- und Kompositionsformen. AION ist sein Langzeitprojekt und künstlerisches Forschungsfeld.
Thomas Küng gestaltet mit Saxophon und Flügelhorn klangpoetische Räume zwischen Melodie und Textur.
Jürg Surber bringt mit seinem Kontrabass klangliche Tiefe und ruhende Zentren in das Ensemble.
Dominic Doppler formt mit subtilen Patterns und feiner Klangwahl rhythmische Bewegungsräume.

https://christianberger.ch/aion/

Johanna Summer & Malakoff Kowalski

Zwei poetische Klangwelten treffen sich im improvisierten Moment

JAZZ | Ein Flügel. Eine Stimme. Zwei Persönlichkeiten mit vollkommen eigenem Klangverständnis. Hier begegnen sich lyrische Tiefe und eine fast kammermusikalische Klarheit, getragen von spontanen Entscheidungen im Augenblick. Der Dialog bleibt offen, zart, aber bestimmt. Keine Effekte, keine Masken – nur musikalisches Denken in Echtzeit.

Line-up
Johanna Summer – Piano
Malakoff Kowalski – Stimme (und Piano)

«Eine der spannendsten jungen Pianistinnen des deutschen Jazz.» (Deutschlandfunk)
«Musik wie aus einem anderen Jahrhundert, voller Eleganz und Rätsel.» (Die Zeit)

Wenn sich eine Pianistin und ein Pianist, der hier aber vorwiegend singt, begegnen, kann das zum virtuosen Schlagabtausch werden – oder zu einer gemeinsamen Suche nach Stille, Wärme und Klarheit. In dieser Konstellation geht es um Letzteres. Johanna Summer, bekannt für ihre frei entwickelten Improvisationen über klassische und folkloristische Motive, bringt eine flexible und atmende Spielweise mit, die sich nie an ein festes Raster bindet.

Malakoff Kowalski dagegen arbeitet mit Reduktion, mit Raum und Andeutung. Seine Musik verweigert einfache Zuordnungen: Sie ist zugleich romantisch und minimalistisch, impressionistisch und modern. Im Zusammenspiel öffnet sich ein Raum, in dem Melodie und Zeit gedehnt, Farben behutsam geschichtet und musikalische Gedanken wie Atemzüge formuliert werden.

Das Ergebnis ist eine Form von Klavierduo, die nicht auf Virtuosität zielt, sondern auf Präsenz. Es ist ein Lauschen, ein Verweilen, ein Zulassen. Die musikalischen Linien bewegen sich wie Spuren im Schnee – leicht, aber von grosser Bestimmtheit. Hier geht es nicht um das Spektakuläre, sondern um das Wesentliche.

Johanna Summer (1995, Deutschland) zählt zu den prägenden Stimmen des jungen europäischen Jazzpianos. Ihr improvisatorischer Ansatz verknüpft klassische Formen, Volksliedassoziationen und freie melodische Entwicklung. Sie veröffentlichte u. a. «Schumann Kaleidoskop» (2020) und tritt regelmässig bei renommierten Festivals im In- und Ausland auf.

Malakoff Kowalski (1981, lebt in Berlin) ist Pianist und Komponist mit einem unverwechselbaren, reduzierten Klangideal. Seine Musik bewegt sich zwischen Minimal Music, romantischer Geste und filmischer Atmosphäre. Zu seinen bekannten Veröffentlichungen zählen «My First Piano» (2019) und «Piano Aphorisms» (2022).

https://johannasummer.com | https://malakoffkowalski.com

Heiri Känzig & Michael Zisman

Tango trifft Jazz: Klangpoesie zwischen Tiefe, Resonanz und feiner Beweglichkeit

JAZZ | Wenn Kontrabass und Bandoneon miteinander in Dialog treten, entsteht ein Klang, der konzentriert, poetisch und zugleich von grosser Weite ist. Hier verbinden sich Jazz, Tango und improvisierte Musik zu einem offenen, atmenden Raum. Die Reduktion auf zwei Stimmen schafft Nähe und Klarheit – jeder Ton zählt, jede Geste trägt Bedeutung, jeder Moment bleibt lebendig.

Das Duo von Heiri Känzig und Michael Zisman zeigt, wie reich und vielschichtig Musik sein kann, wenn sie auf das Wesentliche zurückgeführt wird. Nur Kontrabass und Bandoneon – und doch öffnet sich eine Klanglandschaft, die von Jazz über Tango bis hin zu brasilianischen Rhythmen reicht. In dieser Besetzung wird nichts überdeckt oder dekoriert; jede Linie hat Raum, jeder Klang besitzt Gewicht.

Was die beiden verbindet, ist ein tiefes Verständnis für Form, Atmung, Stille und Bewegung. Der Kontrabass kann Fundament, Gegenstimme oder melodische Linie sein. Das Bandoneon kann begleiten, führen oder über offenen Harmonien schwebende Bögen ziehen. Zwischen beiden entsteht ein musikalisches Gespräch, das spontan, aufmerksam und geprägt von gegenseitigem Vertrauen ist.

Das Repertoire ist vielseitig, bleibt aber immer klar: Groovende Eröffnungen, lyrische Momente, Tango-Anklänge, brasilianische Farben und Jazzklassiker, die in diesem Setting überraschend neue Formen annehmen. Herbie Hancocks «Maiden Voyage» etwa erscheint hier mit anderer Gravitation – weniger als Statement, mehr als atmosphärische Reise.

Die Musik des Duos ist leicht – und gleichzeitig schwer herzustellen. Sie lebt von der Genauigkeit des Hörens, der Sorgfalt des Ausdrucks und dem Mut, Räume offen zu lassen. Ohne Pathos, ohne Kitsch, mit Poesie und einer klaren gemeinsamen Haltung: nicht Schweiz oder Argentinien, sondern beides – und alles dazwischen.

Heiri Känzig – Kontrabass
Michael Zisman – Bandoneon

michaelzisman.com | www.heirikaenzig.com

Manon Mullener 5tet

Zeitgenössischer Jazz zwischen melodischer Offenheit und rhythmischer Finesse

JAZZ | Hier entsteht ein Klangraum, der von lebendiger Energie, klaren Linien und einem starken Ensembleverständnis getragen wird. Harmonische Transparenz, rhythmische Beweglichkeit und ein feines Gespür für dynamische Entwicklungen prägen die Musik. Die Stücke öffnen sich erzählerisch, entfalten Spannung und lassen dem Moment Raum. Im Zentrum steht eine Pianistin mit klarem tonalem Ausdruck und charakteristischer melodischer Handschrift.

Das Manon Mullener 5tet gehört zu jenen Formationen des aktuellen Schweizer Jazz, die Klangkultur, Ausdruckskraft und ein modernes Verständnis von Ensemblearbeit miteinander verbinden. Die Musik basiert auf Kompositionen der Pianistin Manon Mullener, die melodische Feinheit, harmonische Bewegung und klare narrative Formen miteinander verknüpft. Ihre Stücke tragen ein strukturelles Bewusstsein, bleiben jedoch offen für improvisatorische Entwicklungen und spontane Reaktionen.

Der Sound des Quintetts ist geprägt von der Verbindung aus akustischer Wärme und rhythmischer Präzision. Die Pianistin gestaltet ihre Linien zugleich gesanglich und klar konturiert; die Bläser- oder Melodieinstrumente interagieren als erzählende Stimmen; Bass und Schlagzeug bilden einen flexiblen, atmenden Puls, der sowohl Stabilität als auch Beweglichkeit ermöglicht. Die Musik findet ihre Balance zwischen lyrischen Momenten, strukturellem Ausdruck und dynamischer Kraft.

Im Live-Kontext zeigt das Ensemble eine starke Präsenz: konzentriert, aufmerksam, kommunikativ. Das Zusammenspiel beruht auf gegenseitigem Hören und einer gemeinsamen musikalischen Haltung, die nicht auf Effekte setzt, sondern auf Qualität des Ausdrucks. Die Stücke entwickeln sich organisch, Spannungsbögen entstehen aus der Interaktion und nicht aus äusseren Überhöhungen. Dadurch wirkt die Musik zugleich zugänglich und tiefgründig.

Das Manon Mullener 5tet tritt in Clubs, Jazzreihen und Festivals im In- und Ausland auf und hat sich in kurzer Zeit als eigenständige Stimme innerhalb der jungen Schweizer Jazzszene etabliert.

Besetzung
Manon Mullener – Piano
Lucien Mullener – Schlagzeug
Rodrigo Aravena – El. Bass
Pere Molines – Posaune
Manuel Schwab – Altsaxofon

www.manon-mullener.ch

Stefan Rusconi Solo «Solace»

«Das erste Solo-Album SOLACE strotz vor Sanftheit und Verletzlichkeit.»

JAZZ | Lange war es still um den Schweizer Pianisten, bei dem die Welt nach einem tragischen Zwischenfall zerbrach, ihn dunkle Gefühle überkamen und Beziehungen zu geliebten Menschen, Projekte, Musik, Träume, Vatersein zerbrachen. Im Kampf zurück haben ihm seine Freunde geholfen – mit viel Sanftheit, Zärtlichkeit und liebevollen Worten. Sie spendeten ihm «Solace», auf Deutsch Trost. Und «Solace» spendet Rusconi nun in musikalischer Form zurück. Mit diesem Album möchte er etwas von dem Trost und der Hoffnung zurückgeben – alles, was er verloren hatte und wieder neu entdecken durfte: «Dieses Album ist meine Ermutigung an alle, […] sich seinen Dämonen zu stellen und gestärkt daraus hervorzugehen.»

Stefan Rusconi (Pianist/Musiker/Komponist) lebt mit seiner Familie und Freunden in Berlin. Ursprünglich war er im Bereich der improvisierten und experimentellen Musik tätig und tourte mit seiner Band RUSCONI (2004–2017) weltweit, zusammen mit den Mitgliedern Claudio Strüby (Schlagzeug) und Fabian Gisler (Bass). Die Band veröffentlichte sieben Alben, darunter drei bei Sony Music und weitere bei Qilin Records, bevor sie sich 2017 nach einem bedeutenden Einfluss auf die Jazzszene auflöste.

2015 komponierte er die Musik für das Tanzstück UNTIL OUR HEARTS STOP unter der Regie von Meg Stuart, koproduziert von den Münchner Kammerspielen und der Ruhrtriennale, das er fast 100 Mal weltweit aufführte und das seine künstlerische Laufbahn maßgeblich prägte. Seit 2017 arbeitet er mit Angela Schubot und Jared Gradinger an Projekten wie YEW (2017), YEW: outside (2018) und THE NATURE OF US (2019). Stefan ist an LEVITATION beteiligt und spielt zusammen mit dem Geiger Tobias Preisig auf einer Kirchenorgel. Seine hybride Performance The Mushroom Piano (2022) wurde beim Moving in November Festival in Helsinki uraufgeführt, bei der ein Klavier von Pilzen gespielt wurde, die Mikroschwankungen in der Leitfähigkeit messen. Im Jahr 2023 schuf er Sonic Tapestry mit dem Künstlerkollektiv Convene Gathering unter der Leitung von Claudia Hill. Im Jahr 2024 komponierte er die Klavierpartitur für den kommenden Film KÖLN75 von Ido Fluk über Vera Brandes (Mala Emde) und die Entstehung von Keith Jarretts (John Magaro) Köln Concert, der 2025 erscheinen soll.

Sein erstes Solo-Klavieralbum SOLACE erschien im Oktober 2024 und präsentiert intime Kompositionen, die er auf seinem Flügel in Berlin eingespielt hat.

Stefan ist weltweit auf zahlreichen Festivals aufgetreten und hat mit prominenten Künstlern wie Fred Frith, Thomas Wydler (Bad Seeds), Dieter Meier (Yellow), Thom Luz, Roman Signer, Beate Bartel, Luca Aquino, Nora Schlocker, Laura de Weck, Norma Winstone und Pipilotti Rist zusammengearbeitet. Er engagiert sich aktiv für die Árvore Foundation, die sich für Verbesserungen in der freiberuflichen Musikszene in der Schweiz und in Deutschland einsetzt. Darüber hinaus war er Mitbegründer des Musikerhauses Die Wache in Berlin und der Gwärtler Stiftung, wo er zehn Jahre lang im Kuratorium tätig war.

Ausgewählte Festivals sind das Montreux Jazz Festival (CH), das London Jazz Festival (ENG), das Jarasum Jazz Festival (KOR), das Penang Jazzfestival (MYS), das Tokyo Jazz Festival (JP), das Garana Jazz Festival (ROU), das Kampnagel Sommerfestival (D), Paris Music Festival (FR), Ruhrtriennale (D), Überjazz Hamburg (D), Bad Bonn Kilbi Festival (CH), JazzNoJazz Festival (CH), Cully Jazzfestival (CH), Fusion Festival (D) und La Biennale di Venezia (IT).

www.stefanrusconi.com

Nicole Zuraitis Quartet

«Man kann gar nicht anders, als innezuhalten und aufmerksam zu werden.» Jazz Inside

JAZZ │ Die Jazz-Sängerin, Songwriterin, Pianistin, Arrangeurin und Bandleaderin aus New York wurde vierfach für den Grammy nominiert und gewann diesen 2024 mit ihrem sechsten Album «How Love Begins» für das beste vokale Jazz-Album. Sie ist eine wegweisende Musikerin, die den Begriff Vocal Jazz neu definiert und zuoberst auf der Liste der zu beobachtenden Musikerinnen des Jazz steht.

Besetzung:
Nicole Zuraitis – Gesang und Piano
Idan Morim – Gitarre
Sam Weber – Kontrabass
Dan Pugach – Schlagzeug

„ein glorreicher Erfolg… eine magische Aufnahme… täuschen Sie sich nicht, sie hat jede Auszeichnung verdient, die ihr zuteil wurde!“ – Hot House Jazz
„Zuraitis zeigt grossartige Songkunst.“ – DownBeat Magazin
„Eine wunderschöne Musik, die mit einigen der besten Gesangsdarbietungen der letzten zehn Jahre auf der Harbor Stage des [Newport Jazz Festivals] konkurriert.“ – Beets and Bebop Media
„Hervorragend… ein natürlicher Entertainer… beherrschte die Bühne von Anfang bis Ende!“ – Der NYC Jazz Record

Neben der Leitung ihres Quartetts trat Nicole mit der Birdland Big Band auf und nahm sie als erste Sängerin auf, bevor sie selbst als Leiterin eines großen Ensembles durchstartete, die Dan Pugach Big Band mitproduzierte und als Gastmusikerin in großen europäischen Big Bands auftrat. Sie war Headliner beim Newport Jazz Festival und in den legendären New Yorker Jazzclubs wie Dizzy’s Club at Lincoln Center, Birdland, Blue Note, Carlyle, 54 Below und der großartigen 55 Bar. Sie ist als Solistin mit dem Savannah Philharmonic, dem Asheville Symphony und den Macon Pops aufgetreten und hat berühmte Sänger wie Melanie, Morgan James, Darren Criss und Livingston Taylor am Klavier und Gesang unterstützt.

Nicole ist als Künstlerin und Produzentin auf dem 2025 für einen GRAMMY nominierten Album „Bianca Reimagined“ ihres Mannes, des bekannten Schlagzeugers, Bandleaders und Komponisten Dan Pugach, zu hören: Music for Paws and Persistence“ (Best Large Ensemble), für das sie den GRAMMY-nominierten Song ‚Little Fears‘ (Best Jazz Performance) komponierten. Nicoles Arrangement von Dolly Partons „Jolene“, das sie gemeinsam mit dem renommierten Schlagzeuger und Bandleader Dan Pugach geschrieben hat, wurde für einen GRAMMY® 2019 nominiert, was ihre Karriere beflügelte und sie zu einem Begriff in der modernen Jazzlandschaft machte. Im Jahr 2020 wurde sie im Connecticut Magazine zu den Top 40 unter 40 für 2020 ernannt, und ihr wöchentlicher Livestream während der Covid-19-Krise, „Virtual Piano Lounge“, wurde im Forbes Magazine vorgestellt. Nicole hat mit einer langen Liste von Persönlichkeiten zusammengearbeitet, darunter Christian McBride, David Cook, Gilad Hekselman, Veronica Swift, Benny Benack, Stephen Feifke, Cyrille Aimee, Antonio Sanchez, Dave Stryker, Omar Hakim, Rachel Z, Helen Sung und Bernard Purdie. Sie ist eine stolze Pädagogin und unterrichtet derzeit Gesang an der NYU und der SUNY Purchase.

www.nicolezmusic.com

Joe Alterman Trio – Tribute to Les McCann

Tiefer Groove, bluesiger Touch und eine Ausgelassenheit, der man nur schwer widerstehen kann

JAZZ │ Der amerikanische Jazzpianist und Schriftsteller vermittelt die zeitlose Freude am Swing mit jugendlicher Energie und herzlicher Begeisterung. Vom Downbeat Magazine als «hard-swinging» beschrieben ist sein Spiel sowohl tief verwurzelt als auch erfrischend modern. Sein «Tribute to Les McCann» ist ein harmonisches Zusammenspiel, das den reichen Teppich der Freundschaft und Mentorenschaft zwischen Alterman und der 2023 verstorbenen Jazzlegende Les McCann einfängt und ein Zeugnis für dessen unauslöschliches Vermächtnis (u.a. «Compared To What») ist.

Egal, ob der in Atlanta USA geborene Jazzpianist, Komponist, Schriftsteller und Kulturkurator vermittelt die zeitlose Freude am Swing mit jugendlicher Energie und herzlicher Begeisterung. Alterman wurde vom verstorbenen Journalisten Nat Hentoff als Musiker, «der die Leute zum Lächeln und, wenn der Raum stimmt, zum Tanzen bringt» beschrieben. Seine Fähigkeit, den Geist des Swing lebendig zu halten, hat ihm die Bewunderung von Jazz-Meistern eingebracht.

In seinem Projekt «Tribute to Les McCann» spielt er mehr als nur eine Sammlung von Songs; es ist ein harmonisches Zusammenspiel, das den reichen Teppich der Freundschaft und Mentorenschaft zwischen Alterman und der Jazzlegende Les McCann einfängt. Während sich der moderne Jazz weiter entwickelt, wie ein Sprössling, der von einem älteren, weiseren Baum gepflegt wird, ist Altermans leuchtender Stil ein Zeugnis für McCanns unauslöschliches Vermächtnis. Die Essenz ihrer Beziehung ist in diesem meisterhaft gestalteten Album tief verwurzelt.

«Joe ist klein, aber nur von der Statur her. Als Mensch und Musiker ist er schon ein Riese. Er ist auf einem ‚blow your mind‘-Niveau.» Les McCann
«Joe Alterman trägt seinen Teil dazu bei, die Kunst des swingenden Trios am Leben zu erhalten. Er ist ein wunderbarer Pianist, dessen Spiel seinen Zuhörern ein Lächeln und gute Gefühle beschert.» Monty Alexander
«Einer der musikalisch angenehmsten und swingendsten Jazzpianisten, die man heute hören kann.» Benny Green

Besetzung:
Joe Alterman – Flügel
Dominik Schürmann – Bass
Elmar Frey – Schlagzeug

Als Absolvent der New York University mit einem Bachelor- und einem Master-Abschluss in Jazz-Piano-Performance ist Alterman an so berühmten Orten wie dem Kennedy Center, dem Lincoln Center, dem Birdland und dem Blue Note aufgetreten und hat die Bühne mit Jazz-Größen wie Houston Person, Les McCann und Ramsey Lewis geteilt. Er hatte auch das Privileg, als Vorgruppe von Dick Gregory im Kennedy Center aufzutreten, wo der legendäre Comedian ihn mit einem wissenden Lächeln und dem Satz vorstellte: „Siehst du? Integration funktioniert!“

www.joealtermanmusic.com